Komplimente

Komplimente sind nett und hoffentlich ehrlich gemeinte Bemerkungen über Eigenschaften eines anderen Menschen. Gedacht sind sie dazu, dem anderen eine Freude zu machen, das Eis zu brechen oder ehrlich zum Ausdruck zu bringen, dass man Bewunderung für den anderen hegt. Den meisten Menschen fällt es jedoch schwer, Komplimente zu machen und sie dann noch so zu formulieren, dass sie gut ankommen – denn wir müssen damit rechnen, dass unser Gegenüber auch noch viele andere Komplimente bekommt und sie in den falschen Hals bekommen könnte. Der Umgang mit lieb gemeinten Anerkennungen sollte also gut durchdacht sein, um damit genau ins Schwarze zu treffen.

Die schönsten Komplimente – warum sie ankommen und warum nicht

Jeder Mensch hat ein klar definiertes Set an Eigenschaften, Eigentum und anderen wichtigen Bestandteilen seines Lebens, die ihm besonders wichtig sind. Das unterscheidet sich je nach Geschlecht etwas, doch wird ein Bestandteil davon liebevoll-anerkennend angesprochen, kann dieser Mensch gar nicht mehr anders, als sich darüber zu freuen. Diejenigen Komplimente, die mitten ins Schwarze treffen, sind die, die auf etwas anspielen, was dem Empfänger der netten Worte wirklich am Herzen liegt. Der Kollege hat gerade eine wirklich beeindruckende Präsentation gehalten und hat auch ordentlich Arbeitszeit in das Ganze investiert? Dann wird er sich über ein kleines Lob mehr freuen als über den Umstand, dass das Projekt jetzt endlich abgeschlossen ist. Trifft das Kompliment dagegen einen Aspekt, der dem Empfänger nicht wirklich wichtig ist, dann ist ihm das Kompliment sicherlich auch egal. Schlimmer noch: wer sich der Standard-Komplimente bedient, die man nun einmal so sagt, kann froh sein, wenn darauf keine unschöne Reaktion folgt…

Komplimente und die Frauen

Sie will nicht hören, wie hübsch sie heute aussieht, denn das sagt ihr jeder – und das weiß sie vermutlich selber. Sie will ganz bestimmt nicht hören, wie knackig ihr Hintern in dieser Jeans aussieht, denn das wirkt wie eine richtig billige Anmache. Aber wenn das alles nicht passt, welche Komplimente wollen Frauen dann überhaupt hören? Den meisten Frauen liegen ihre charakterlichen Eigenschaften und ihre Qualitäten als Frau viel näher am Herzen als ihre Schönheit, wobei auch Komplimente dazu gut ankommen können, wenn sie durchdacht sind. Frauen sind soziale, redselige Lebewesen, denen es sehr wichtig ist, einen Platz in der Mitte ihrer Kollegen, ihrer Freunde und natürlich ihrer Familie zu haben. Die Kollegin hat einen Konflikt im Team auf eine charmante, weibliche Art lösen können? Dann ist das die perfekte Gelegenheit für ein Kompliment, das ihr wirklich etwas bedeuten wird. Oder sie hat eine neue Haarfarbe, die sich nur wenige Nuancen von der bisherigen Farbe unterscheidet, aber viel besser aussieht? Dann einfach mal nachfragen, ob man damit richtig liegt – und natürlich nicht vergessen, zu erwähnen, dass man nur darauf gekommen ist, weil es zu ihr passt…

Komplimente und die Männer

Männer sind auf ihren Erfolg und ihr Ansehen als Männer bedacht, denn das ist es auch, was für sie aus biologischer Sicht wichtig ist. Frauen wollen Männer, die für sie sorgen könnten, wenn auch nur theoretisch, und dafür steht nun einmal Erfolg. Viel mehr als das Lob für die gute Bewältigung eines Team-Konflikts wird einen Mann das Kompliment berühren, dass er eine berufliche Leistung gut gemeistert, ein Team gut geführt oder trotz Zeitdruck ein tolles Ergebnis abgeliefert hat. Je schwieriger die Herausforderung, desto mehr bedeutet dem Mann das Kompliment. Beim Aussehen sind Männer übrigens genauso empfindlich wie Frauen. Vor allem gut aussehende Männer bekommen immer wieder Komplimente zu ihrem Aussehen – und fühlen sich irgendwann zum Sexobjekt degradiert. Deswegen sollte man damit aufpassen, um nicht doch ins Fettnäpfchen zu treten.

Warum Komplimente schwer fallen

Es wäre doch so einfach, dem Kollegen zu sagen: „Toll, wie du unsere Präsentation vorgetragen hast!“ Die beste Freundin freut sich bestimmt auch über ein: „Mein Lieblingskleid sieht klasse an dir aus!“ Diese beiden Beispiele sagen aber bereits aus, was es so schwer macht, ein ehrlich gemeintes und liebes Kompliment auszusprechen. Wir gestehen uns damit oft selbst ein, dass wir eben diese Eigenschaft nicht haben und es nicht unser Erfolg war, den wir da am anderen so offen loben. Immerhin hätten wir auch selber die Lorbeeren für die Präsentation verdienen können und es ist eigentlich unser Lieblingskleid, das unserer Figur schmeicheln sollte und nicht der der besten Freundin. Komplimente haben also viel damit zu tun, einen anderen Menschen so gern zu haben, dass man ihm etwas gönnt – und damit, anderen auch grundsätzlich Gutes zu wünschen. Wer das lernen kann, der kann auch ehrlich gemeinte Komplimente aussprechen, die beim anderen als solche ankommen. Als Einstieg empfiehlt es sich, den anderen eine Weile zu beobachten und herauszufinden, was ihm am Herzen liegt und worauf man selber keinen so großen Wert legt, dass man ihn darum beneiden würde. Wenn man selbst nicht mehr scharf darauf ist, was man dem anderen nun offen gönnt, dann fällt das erste Kompliment gleich viel leichter – und das erste Eis ist gebrochen.