Zitate

Ein guter Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz.

So sagte es Theodor Fontane. Diese Weisheit trifft auch auf Zitate zu, vorausgesetzt, man nutzt die richtigen. Auch sollte man es nicht mit ihnen übertreiben, hier gilt das Gebet des großartigen Zynikers Oscar Wilde:

Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

Natürlich kann es sein, dass schon jemand anders als Oscar Wilde dies gesagt hat. Vielleicht wurde dies sogar niedergeschrieben. Aus diesem Grund sollte man vorsichtig sein, wem man ein Zitat zuschreibt. Lieber nachgeben als sich zu streiten. Und selbst

„wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben“

, wie Bertrand Russel anmerkte.

Zitate sind wie Gewürze

Zitate eigenen sich gut, um einen eigenen Standpunkt zu untermauern. Das so genannte Autoritätsargument wirkt vor allem bei Leuten, die von dem Diskussionsgegenstand wenig Ahnung haben. Allerdings sollte man daran denken, dass man hier auf die Strahlkraft der Person baut, nicht auf Fakten, da das Zitat selten in Zusammenhang zur Sache steht. So entsteht manchmal der Eindruck, jemand gehöre zu den Experten,

„die Leute sind, die andere daran hindern, ihren gesunden Menschenverstand zu gebrauchen.“

(Hannu Messemer)

Auf jeden Fall sollte man Zitate außerhalb von Texten wie diesem nur spärlich und überlegt einsetzen. Desto größer ist dann nämlich ihre Wirkung, wenn sie den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf treffen und auch von jedem als Zitat einer bekannten Person erkannt werden. Man braucht etwas Fingerspitzengefühl dazu, das aber leicht erlernt werden kann.

Reden ohne heißen Brei

Zitate können Reden auflockern, aber man muss vorsichtig sein, was man verwendet. Wer Winston Churchill zitiert, hat sicherlich eine bedeutende Persönlichkeit auf seiner Seite. Falls es sich aber um die Begrüßungsrede für den neuen Chef handelt, dessen Stellvertreter man ist, hat man mit

„Wo Chef und Stellvertreter immer die gleiche Ansicht haben, ist einer von ihnen überflüssig“

eine ganz schlechte Wahl getroffen.

Eine gute Wahl ist es, eine Rede mit einem Zitat zu beginnen und dann am Ende, um den Bogen zu schließen, noch einmal darauf zurück zu kommen. Das signalisiert das Redenende und rundet die Rede ab. Oft kann man dann auch einen Witz oder einen Aufruf daraus basteln, je nach Zweck der Rede.

Zu viele Zitate in einer Rede sollten aber unbedingt vermieden werden. Zitate verkomplizieren die Rede oft, und gerade, wenn die Zuhörer nach einer Viertelstunde langsam müde werden, verliert man sie ansonsten. Franz Josef Strauß drückte es so aus: Man muss einfach reden, aber kompliziert denken, nicht umgekehrt.

Die Weisheit eines Buches in einem Satz

Zitate sind bei vielen Menschen beliebt. Bücher in allen Größen und Genre nutzen sie daher. Es muss kein Geschichtsroman sein, auch ein Science-Fiction Buch kann mit Zitaten (auch erfundener Personen) zusätzliche Nähe schaffen und den Leser in die Buchwelt eintauchen lassen. Poesiealben und Glückwunschkarten sind dankbare Abnehmer für ein paar Tropfen Zitate-Weisheit. Für Bücherfans und Zitateliebhaber gibt es die ultimative Kombination: Ein Buch voller Zitate!

Zitate sind also fast immer eine nützliche Angelegenheit, man sollte daher immer ein paar von ihnen parat haben. Damit es am Ende so ist, wie es Otto Rehhagel einst so umwerfend formulierte:

Manchmal gewinnt man, manchmal verliert der andere.