Den Löffel abgeben

loeffel-abgeben

Für viele Menschen ist dieses Sprichwort „Den Löffel abgeben“ drei Worte über, die niemand gerne spricht. Und genau diese Worte sind sozusagen eine Umschreibung, die mit dem Tod zu tun haben, die aber diesen Zustand schön verhüllen. Außerdem ist dieses Sprichwort schon in den mittelalterlichen Texten verbreitet gewesen und in der heutigen Umgangssprache rückt dieses Sprichwort nicht mehr so in den Vordergrund. Schon deshalb ist dieser Ausdruck „Den Löffel abgeben“, dem Sterben mit paradoxen Bildern umschrieben und so ins Lächerliche gezogen. Und genau diese Redewendung ist sozusagen eine Strategie, die zur Bewältigung der Todesfurcht anzusehen ist. Daher kann die Bedeutung: Den Löffel abgeben auch eine ähnliche Bedeutung haben wie zum Beispiel, „über den Jordan gehen“ oder aber auch „ins Gras beißen“ heißen.

Die geschichtlichen Hintergründe zu dem Sprichwort „Den Löffel angeben“

Im 17. Jahrhundert war das Strichwort „Den Löffel abgeben“ nicht auf solche Situation, dass den Tod betrifft sehr eingeschränkt. Denn sogar der Gelehrte Justus Georg Schottelius empfahl 1663 lieber den Ausdruck „ins Gras beißen“ zu verwenden und deshalb texteten viele Dichter damals, dieses Bild des Beißens.

Bei dem römischen Dichter Vergil hingegen, werden diese Worte ins Gras beißen bildlich so dargestellt: Ein verwunderter Krieger liegt auf dem Schlachtfeld und kämpft den Todeskampf auf den Boden und beißt dabei in den Staub oder in die Erde. In den ältesten deutschen Belegen im 16. Jahrhundert wird bei der Übernahme von diesem Bild das Wort Gras verwendet, denn das Wort Gras bedeutet in der alten deutschen Sprache – oft Erdboden.

Mit den Worten im Gras liegen oder ins Gras sinken – umschrieben sozusagen mittelalterliche Autoren, dass jemand entkräftet ist oder sogar verwundet war. Erst im 17. Jahrhundert stehen diese Worte “ins Gras beißen“ für das Sterben. Und viel später gewinnt diese Wendung ihren saloppen Charakter und das Sprichwort „Den Löffel abgeben“ wurde geboren. Aber da das Wort Löffel für die Tätigkeit des Essens steht und ein Mensch nicht mehr fähig Nahrung mit dem Löffel aufzunehmen – bedeutet dies das Lebensende. Und so gilt dieses Sprichwort als ein Vorzeichen für den Tod, wenn ein Mensch nicht mehr einen Löffel halten kann.

Ein kleiner Hinweis so nebenbei

insgrasbeissenDa immer die Rede vom Löffel ist, sollte man die Gabel nicht vergessen. Denn dieses Besteckteil konnte sich in damaligen Kreisen, in denen es auf einen einzelnen Löffel nicht ankam leider erst im Laufe des 18.Jahrhunderts durchsetzen. Obwohl es die Gabel schon längst gab, wurde diese nicht so richtig wahrgenommen. In den damaligen Benimmregeln wurde dies folgendermaßen begründet: Hat uns die schöne Natur nicht fünf Finger an jeder Hand geschenkt und warum sollten wir dann – dieses dumme Instrument verwenden, dass dazu geschaffen wurde – Heu aufzuladen, als eine Malzeit zu genießen.